Die Reise geht weiter. Wir sagen „Servus Thailand“ und begrüßen in Kürze Hongkong sowie im Anschluss unser Nachbar-Heimatland Österreich. Genauer gesagt: Wien. Wenn Sie in Wien oder Umgebung wohnen und offen für ein Treffen sind, dann schreiben Sie mir! Ich würde mich freuen.


Im vorletzten letzten WordPress Newsletter hatte ich es ja angesprochen: manchmal kommt es mir so vor, dass im Social-Media-Bereich nur noch der gewinnt, der am lautesten schreit. Der Microsoft Canada Report (siehe Bild ab der unteren Hälfte der verlinkten Seite) hat herausgefunden, dass der heutige Mensch eine geringere Aufmerksamkeitsspanne als ein Goldfisch hat. Kommt das vielleicht von diesem Geschrei?

Alle gegen Facebook

WordPress Entwickler am Handy
Wir sind permanent online

Irgendwie ist dieses ganze Thema „Social Media“ extrem kontrovers. Gerade als ich anfing, Instagram zu mögen, überschlugen sich im März die Ereignisse:

  • Facebook verlor angeblich mehr als 50 Millionen User (mit bis zu 57 Milliarden abgegriffenen Daten) allein an das umstrittene Unternehmen Cambridge Analytica, die die Daten wahrscheinlich für Kampagnen für oder gegen Trump und den Brexit genutzt hat.
  • Darüber hinaus hat Facebook zugegeben, von Android-Nutzern jahrelang Telefon- und SMS-Metadaten abgegriffen zu haben. Denn die Freigabe des Adressbuchs reichte anscheinend aus, um an die Telefonie- und SMS-Historie zu kommen, die Facebook natürlich an die eigenen Server übertrug.
  • Aber nicht nur Facebook ist hier der große Buhmann. Auch Google steht wieder in der Kritik. Das Unternehmen grast nämlich noch mehr Daten ab, als man vermuten würde. Und Vater Staat tut das sicherlich auch, wie wir von Snowden wissen. Nur haben wir da keinen Einblick.

Vielleicht ist das alles aber auch nur „gequirlte Schei*e,“ wie ein guter Freund dazu sagte. Am Ende unternimmt die Mehrheit ja doch nichts gegen diese Datensammlerei. Und wenn ein paar Wochen vergehen, dann ist wieder alles beim Alten und wir haben alles vergessen. Oder?

Was soll man tun? User rufen zu #DeleteFacebook auf. Elon Musk hat es schon getan. Ich auch. Vermehrt aus dem Grund, dass ich das Netzwerk seit Jahren ohnehin nicht mehr genutzt habe. Der Klick auf „Löschen“ ist mir daher leicht gefallen. „Unternehmer konsumieren nicht, sie produzieren“ heißt es. Deswegen gilt:

Soziale Medien werden bleiben!

Buchcover von
Klare Kaufempfehlung!

Nein, Facebook wird jetzt nicht den Bach runter gehen. Soziale Medien werden weiterhin bestehen bleiben. Und Unternehmen wollen/müssen es weiter nutzen. Warum? Weil die gesammelten User weiter unterhalten werden wollen:

  • Und wer gerne optisch unterhalten wird, der schaut YouTube oder Instagram.
  • Wer gerne liest, der nutzt Facebook, Twitter oder den Blog.
  • Wer gerne zuhört, der nutzt den Podcast.

Und überall soll man vertreten sein, sagt zumindest Chris Ducker in seinem neuen Buch Rise of the YouPreneur. Wer jetzt denkt, dass das zeitlich nicht möglich sei, sollte das Buch lesen. Ducker gibt nämlich extrem gute Tipps, was das angeht. In seinem Buch dreht sich ein Kapitel nur um (Online-)Marketing. Und da hatte ich schon so manche „Aha“-Erlebnisse.

Kontrolle über die eigenen Daten

Nichtsdestotrotz wollen viele Menschen die Kontrolle über ihre Daten zurück. Auch Chris Ducker schreibt, dass der Aufbau einer E-Mail-Liste (ja, E-Mail ist immer noch nicht tot) die beste Möglichkeit sei. Denn die kann Ihnen niemand mehr wegnehmen. Die Daten liegen nämlich nicht bei einem Sozialen Medium, welches von heute auf morgen den Zugriff verwehren könnte.

Das Yoast-Team rät sogar, sich wieder vermehrt auf SEO statt auf Soziale Medien zu konzentrieren, wie Sie weiter unten noch lesen werden.

Wie dem auch sei: an dieser Stelle bleibt mir nur zu sagen: folgen Sie mir auf Instagram! 😉 Und lesen Sie die aktuellen WordPress News:

WordPress News

WordPress hat erstmals die 30%-Hürde unter den 10 Millionen meist besuchten Websites geknackt (deutsch). Unter den Websites die ein CMS verwenden, kommt WordPress auf über 60%.


WordPress 4.9.5. ist gestern erschienen.


Das WordCamp Europe ist nicht mehr weit! Es wurden wieder 500 neue Tickets bereitgestellt, die gekauft werden wollen. Los, los! Kaufen, kaufen! Kommen Sie nach Belgrad? Dann schreiben Sie mir eine Mail – ich bin auch dabei!


WordPress.org hat dazu aufgerufen, am 27. Mai Geburtstag zu feiern. Den Geburtstag von WordPress. Alle lokalen Meetups sollen Party machen. Und falls noch etwas Kleingeld fehlt, hilft die Organisation mit einem Zuschuss für den Veranstaltungsort aus.


Was wäre, wenn der Update-Server von WordPress eines Tages kompromittiert werden würde? Dann würden 30% des Internets falsche, eventuell gefährliche Updates erhalten. Dass das gar nicht so unwahrscheinlich ist, hat WordFence schon 2016 gezeigt. Das Unternehmen hatte eine Sicherheitslücke im Update-System gefunden. Scott Arciszewski hatte schon vor längerer Zeit Matt Mullenweg darauf hingewiesen, dass solche Dinge besser abgesichert werden müssten. Zum Beispiel durch eine digitale Signierung. Matt hatte allerdings nicht wirklich darauf reagiert. Eine solche Signierung sei zwar wichtig, aber aktuell nicht oberste Priorität. Nun hat Scott ein Plugin geschrieben, welches genau das nachrüstet. Das Plugin mit dem schwergängigen Namen Digital Guarantees for eXplicitly Permitted Core Operations hat aber einen Nachteil: da es nicht in den WordPress-Kern integriert ist, ist Scott der Einzige, der ein Update digital unterschreiben kann.


Vor Jahren wurde schon diskutiert, was denn mit den Telemetriedaten, die WordPress sammelt, passieren soll. Damals versiegte die Diskussion, muss aber jetzt – aufgrund der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) – neu aufgerollt werden (en). Unter anderem geht es darum, dass WordPress bei einem Update mehr Daten sendet, als nötig sind. Das wäre nach der DSGVO verboten.


Es hat ein neues, interessantes Plugin das Licht der Welt erblickt: es nennt sich KeyboardAction und möchte das beste Productivity-Plugin für WordPress sein. Die Vorschau sieht wie eine Mischung aus dem WordPress-Kommandozeilen-Tool (WP-CLI) und der Spotlight-Suche auf dem Mac aus.


Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, ob ein WordPress-Plugin in eine Nicht-WordPress-Seite integriert werden kann. Die kurze Antwort ist nein. Die lange Antwort, die mit „Nein, aber…“ beginnt, steht bei Quora (en).


Das populäre Plugin AdvancedCustomFields (ACF) bekommt wohl mit Version 5.7.0 einen komplett neuen Unterbau (en).


Mit dem Update auf Version 11.3 von iOS können auch Apples Geräte Progressive WebApps (PWAs) ausführen (en). Das erlaubt einer Website, sich wie eine App zu verhalten. Mit dem PWA-Plugin gibt es auch schon eine erste Möglichkeit, die WordPress fit für solche Funktionen macht.

Gutenberg

Gutenberg ist der neue Editor, der in WordPress 5.0 Einzug halten soll. Geplant war das Veröffentlichungsdatum im April aber das werden die Entwickler wohl nicht einhalten können. Ein exaktes Veröffentlichungsdatum gibt es derzeit nicht (mehr). Nichtsdestotrotz geht die Entwicklung munter weiter. Hier die Änderungen im letzten Monat:

  • Version 2.3.
    • Die API wurde weiterentwickelt. Entwickler können eigene Sidebars registrieren.
    • Blöcke können dupliziert werden.
    • Für Code-Blöcke ist nun auch CodeMirror aktiv.
  • Version 2.4.
    • Es drehte sich vieles um den so genannten „Writing Flow“.
    • Dementsprechend wurden Buttons verschoben und kleine, sowie große Code-Änderungen vorgenommen.
  • Version 2.5.
    • Unter anderem können Block-Templates nun zurückgesetzt werden.

In WordPress 4.9.6. wird es im Dashboard einen Gutenberg-Callout geben (en). Also einen deutlichen Hinweis darauf, dass man Gutenberg (über das Plugin) testen soll.


Dass Gutenberg noch lange nicht fertig ist, zeigte folgender Fehler: Durch eine falsche Übersetzung konnten deutsche Nutzer Gutenberg nicht mehr starten. Er stürzte komplett ab (en).


Passend dazu: Wie ein erfahrener WordPress-User Gutenberg zerfetzt und in seiner ersten Session mehrere Bugs findet und sehr frustriert wirkt (englisches Video). ABER: Menschen sind immer schlecht (ja, sehr schlecht) bei der Aufnahme neuer Dinge. Nichts Neues also.


Passend dazu: Ein Blogbeitrag von Tevya Washburn der aufzeigt, warum WordPress so eine massive Änderung wie Gutenberg unbedingt braucht (en).


Mel Choyce (eine Mitarbeiterin von Automattic) hat in einem Vortrag gezeigt, wie Gutenberg in den Customizer integriert werden könnte (en). Anscheinend wird bei wordpress.com schon länger damit experimentiert.


Sören Wrede war zu Gast beim MetaBox Podcast und hat über seine Unterstützung in der Entwicklung und dem Ticket-Support für den neuen Gutenberg-Editor gesprochen (deutsch).

 

Suchmaschinenoptimierung

Man würde meinen, dass Facebook nun die User weglaufen würden. Gerade in den letzten zwei Wochen wurde das soziale Netzwerk von schlechten Nachrichten überhäuft. Ich denke zwar nicht, dass das passieren wird, aber es gibt dennoch einen Grund, nicht mehr so stark auf Facebook zu setzen: die Änderung des Algorithmus, der den Menschen nicht mehr so viele Meldungen von Facebook-Pages anzeigt. Geht es nach Yoast, sollte man seine Zeit jetzt noch intensiver in SEO investieren.


Wenn wir eine Frage haben, fragen wir Google. Und Google gibt jetzt oft die Antwort auf eine Frage aus, ohne überhaupt einen Suchtreffer anzuzeigen (en). War uns ja allen irgendwie bewusst, dass es in so eine Richtung geht, oder nicht?


Yoast hat sein SEO-Plugin generalüberholt. Es steht nun unter der Version 7 zur Verfügung.


Google zeigt bei manchen Suchtreffern eine Art „Top-Stories-Karussell“ an. Allerdings nur, wenn die Website AMP unterstützt. Nun hat Google zugegeben, dass es in der Zukunft möglich ist, dass auch Nicht-AMP-Seiten dort auftauchen (en).


Dazu passend: Eine bis zu 20% höhere Conversion-Rate lässt sich erzielen, wenn man AMP im E-Commerce-Bereich einsetzt (en).


Was passiert, wenn man eine Website relauncht und nicht auf SEO achtet? Alles geht den Bach runter, wie ein Bild von Barry Adams auf Twitter zeigt. Eine voll optimierte Seite mit einer unoptimierten Seite zu ersetzen ist ein No-Go in unserer Zeit, wo viele vom Online-Konsum leben.


Google will vermehrt nur noch die mobile Seiten von Websiten crawlen und in den Index aufnehmen (dt). Problematisch ist das nur, wenn die Mobilseite eine abgespeckte Version der Hauptseite ist, auf der sich nicht der ganze Inhalt befindet. Denn dann würden eventuell relevante Inhalte nicht mehr indexiert.


Wenn alle Stricke reißen, können Sie ja auch mal versuchen, den Google-Schrein anzubeten (Achtung, Aprilscherz!). Vielleicht erhalten Sie damit ja ein besseres Schumaschinen-Ranking.

 

Sicherheit

Ja, auch Sicherheits-Plugins sind nicht von Lücken betroffen. iThemes Security hatte eine Cross-Site-Scripting (XSS) Lücke in Version 6.9.0 und kleiner.


Der WordPress-Importer hatte eine XSS-Lücke in Version 3.4.6 und kleiner, wenn man schädlichen Code einer XML- oder CSV-Datei importierte.


Das Events-Manager Plugin hatte in Version 5.8.1.1 und kleiner eine Unauthenticated Stored XSS Lücke.


Apple macht gegen Supercookies mobil, schrieb HeiseOnline im vergangenen Monat (deutsch). In allen neuen Browser-Versionen von Safari ist eine Schutzfunktion eingebaut, die das seitenübergreifende Tracking per Cookie verhindern soll.

 


Ich wünsche Ihnen ein erfolgreichen April 2018. Und wie gesagt: melden Sie sich, wenn Sie in Wien oder Umgebung wohnen! Ich würde mich freuen, Sie zu treffen!

Ihr Dipl.-Ing. (FH) Florian Simeth