Ein Online-Business betreiben. Gar keine einfache Sache. Wie oft hat man schon gedacht: ich hab hier ein Produkt, das mache ich fertig, stelle es online und *bäm* schon geht das eigene Baby ab wie Schmitts Katze. Nächste Woche dann Millionär. Denkste ….

Das dem nicht so ist, merkt man spätestens dann, wenn man seine Website online nimmt. Die Suchmaschinen ranken die Website nicht von heute auf morgen auf Platz 1 zu einem bestimmten Keyword. Ohne Moos eben nichts los. Es muss also die Reichweite her. Nur mit welcher Strategie?

Buchcover: die Zeit der smarten ExpertenWenn Sie den WordPress-Newsletter schon länger lesen, wissen Sie, dass ich versuche, so viel wie möglich zu lesen. Meistens sind das eBooks. Auf Reisen einfach leichter. Vergangenen Monat aber kam mir folgendes Buch zwischen die Hände: Die Zeit der smarten Experten. Und ich muss sagen: ich bin begeistert. Das Autorenpaar Conta-Gromberg von SmartBusinessConcepts.de kannte ich bisher noch nicht. Interessant, denn sie haben schon den einen oder anderen Beststeller geschrieben. Aber Vorsicht: eine eBook-Version gibt es dazu nicht. Ist aber auch okay. Denn es arbeitet mit vielen Grafiken die ohne diese hübsche Aufmachung sicherlich auch weniger gut funktionieren würden.

Die Solopreneur-Stufen hochgehen

Worum geht’s im Buch? Klasse finde ich die Herangehensweise durch so genannte Produkt-Treppen (den Begriff haben sich die zwei Autoren wohl auch schützen lassen). Damit wird alles definiert: das Marketing bis hin zu den Produkten, die ein potentieller User eben „hoch gehen“ kann. In der Regel kauft ja keiner sofort ein Produkt für – sagen wir mal – 300 Euro oder mehr (es sei denn man heißt Apple). Also sollte man klein anfangen. Und genau dieses Konzept findet man im Buch wieder. Klasse gemacht, liebe Autoren! Wenn Sie also noch eine Weihnachtslektüre oder einen guten Vorsatz für’s neue Jahr brauchen: klare Kaufempfehlung meinerseits!

Nun kommen wir aber zu den WordPress News vom vergangenen Monat:

WordPress News

Matt Mullenweg hat Anfang Oktober seinen Release-Plan vorgestellt (en). Dort wurden die Leiter der einzelnen Sparten für WordPress 5.0 vorgestellt. Da wurde noch spekuliert, wann die neue Version nun endlich erscheint.


Gewissheit gab uns dann der Zeitplan der kurz darauf veröffentlicht wurde (en). Und so sieht’s aus.

  • 1. Oktober: Beta
  • 30. Oktober: Release Candidate (RC) 1
  • 19. November: Veröffentlichung

Ausweichtermine gibt’s auch:

  • 1. Januar 2019: RC 1
  • 22. Januar 2019: Veröffentlichung

Dazu kommt:

  • März 2019: WordPress 5.1

So, nun haben wir aber gesehen, dass die Beta 1 nicht am 1. Oktober, sondern erst vergangene Woche die User erreichte und dadurch also knapp einen Monat Verspätung hatte. Verschoben wurde aber bisher nichts. Nach meinem Kenntnisstand bleibt’s also erst einmal beim 19. November.


Nachdem der Zeitplan stand, gab es viele Fragen. Vor allem aber, warum das große Update noch vor Weihnachten bzw. drei Tage vor Thanksgiving kommen soll (en).

Auf Twitter schrieb gar jemand, ob hier niemand eine Familie hätte wenn Gutenberg noch in der Woche von Thanksgiving kommen würde.

Den Verantwortlichen war das wohl durchaus bewusst. Sonst gäbe es nicht zwei Veröffentlichungsdaten. Für Matt Mullenweg wäre es sicherlich doof, wenn der zum großen WordCamp US immer noch kein WordPress 5.0 präsentieren könnte. Ginge es nach ihm, hätte Gutenberg schon vor Monaten fertig gewesen sein sollen. Trotzdem versuchte er die erhitzten Gemüter zu bändigen: „WordPress 5.0 kommt nicht bis es fertig ist“, schrieb er in einem Kommentar bei WP-Tavern (en).


Der nächste große Aufschrei ließ nicht lange auf sich warten: Rian Rietveld vom Accessibility-Team warf nach sechs Jahren das Handtuch aufgrund von Gutenberg (en). Sie identifizierte vier größere Probleme:

  • Keiner im Team kann mit React (ein JavaScript Framework) umgehen. Dadurch konnten sie keine Änderungen an Gutenberg selbst machen.
  • Es gab/gibt keinen React-Entwickler mit Accessibility-Erfahrung.
  • Funktionen, die getestet und freigegeben wurden, funktionierten in einer der nächsten Versionen von Gutenberg nicht mehr.
  • Neue Funktionen wurden nicht getestet, bevor sie integriert wurden (z.B. die Datum-Auswahl).

Am Ende ihres Blogposts teilte Sie Matt Muellenweg mit, er solle doch bitte ein bisschen besser auf seine Community schauen. Denn ohne sie ist WordPress nichts.


Was tun, wenn ein Accessibility-Experte fehlt? Genau. Einfach einen einstellen. Das hat Automattic jetzt getan. Matthew MacPherson ist der Neue, der zu 100% an WordPress arbeiten soll.


Kurz nach Veröffentlichung des Blogposts von Rian Rietveld kam doch noch ein Stein ins Rollen:


Mit WordPress 5.0 wird es auch wieder ein neues Theme geben: Hier gibt es erste Screenshots von TwentyNineteen.


Die WordPress Community will zusammen mit den anderen Communities von Typo3, Drupal, Joomla, etc. eine Art „Cross-Plattform Privacy Working Group“ in’s Leben rufen (en). Die Aufgabe soll es sein, ein plattformübergreifendes Forum einzurichten, damit Erfahrungen ausgetauscht werden können.


WooCommerce verbessert das E-Mail Layout in Version 3.5. Darauf haben wir gewartet.


Es gibt wieder Tickets für’s WordCamp Europe in Berlin. Wer noch keine hat, sollte sich beeilen. Die ersten 400 Tickets gingen weg wie warme Semmeln. In der dritten Runde sind nur noch sechs Tickets verfügbar. Irre. Ein Trost: es wird natürlich weitere Tickets geben.


Wie erwartet wird es ein WordCamp Nordic geben (en). Stattfinden wird es in Helsinki, Finnland. Und zwar zwischen dem 7. und 8. März.


Im September fand das WordCamp Köln statt. Die Videos dazu findet man hier (dt.).

Gutenberg

Gutenberg ist der neue Editor, der in WordPress 5.0 integriert wird. Seit Monaten steht er in Kritik. Eine zu große Änderung sei er, zu viel JavaScript wäre involviert, und und und. Fakt ist: er kommt. Und – wie oben angekündigt – voraussichtlich schon im November. Hier die News zu Gutenberg aus dem vergangenen Monat:


Phase 2 der Gutenberg-Entwicklung (also nachdem Phase 1 = Initiale Entwicklung und Integration in WordPress abgeschlossen ist), sieht wie folgt aus:

  • Komplette Seitenlayouts mit Gutenberg umsetzbar machen
  • Widgets durch Blöcke ersetzen
  • Menüs durch Blöcke ersetzen

In Version 4.0 gab es unter anderem eine neue Auswahlfunktion für Schriftgrößen. Mit Version 4 ist Gutenberg auf RC hochgestuft (Release Candidate).


Mit Version 4.1 ist Gutenberg „Feature Complete“. Das heißt, ab hier kommen keine neuen Funktionen mehr hinzu. Tatsächlich wurde dieser Stand dann auch in den WordPress-Kern übernommen (Beta 1). In 4.1 erhielt Gutenberg eine Block-Navigation. Eine Lösung, über die ich mich besonders freue. Denn gerade verschachtelte Blöcke sind irgendwie nervig mit Gutenberg.


Der Elementor PageBuilder hat jetzt auch partiellen Gutenberg-Support (en). Damit lassen sich zumindest Templates über Gutenberg einfügen.

WordPress Sicherheit

Zum Jahresende werden 62% aller Websites im Internet eine nicht länger unterstütze PHP-Version verwenden, schreibt ZDNet (en). So ist es auch. Denn der Support von PHP 5.x wird langsam aber sicher eingestellt. Im neuen Jahr gibt’s keine Sicherheitsupdates mehr. Und deswegen sollte jeder umsteigen, betont auch Heise Online (dt).


WordFence hatte in Version 7.1.12 und kleiner ein Username Enumeration Prevention Bypass Problem (en). Lustig, weil WordFence ja eigentlich ein Sicherheits-Plugin ist. Aber so ist es: niemand ist vor so etwas gefeit.


WooCommerce hat in Version 3.4.5 (lustige Versionsnummer) ein Authenticated Object Injection Problem (en).


DomainFactory wurde vor Monaten gehackt. Kundendaten wurden abgegriffen. Heise Online hatte eine DSGVO-Selbstauskunft eingeholt. Nun ist die Antwort da (dt).


Benutzer des Divi-, Extra-Themes und/oder des Divi Builders von ElegantThemes sollte ein Update installieren. Die Themes und Plugins haben laut Autor eine „Privilege Escalation Vulnerability“. Das bedeutet, dass Autoren mit wenig rechten ungefiltertes HTML eingeben konnten wenn der Inhalt über den Divi-Builder bearbeitet wird.

Suchmaschinenoptimierung

Interessante Aussage: Google hat niemals gesagt, dass No-Follow-Links nicht zählen. Es heißt nur, dass sie keinen PageRank übergeben. Darüber sollten wir mal nachdenken (gefunden auf Twitter).


Das AMP Plugin liegt jetzt in Version 1.0-RC1 vor (en). RC steht für Release Candidate und ist letztlich das fast fertige Plugin. Es dauert wohl nicht mehr lange bis es vollständig ist und wir alle dann in den Genuss von AMP kommen. Juhuu!


Mehr Inhalt macht eine Seite nicht unbedingt besser, sagt John Müller von Google.


Wer es jetzt noch nicht weiß, dem wird es eben aufgezwungen: Pagespeed ist ein Rankingfaktor. Sie haben eine langsame Website? Google informiert sie darüber (en).


Ihre Seite rankt bei Google nicht? Vielleicht liegt’s an einem dieser 13 Punkte? (en)

Non-WordPress

Was zu erwarten war: Google Plus schließt seine Pforten. Nach 7 Jahren des harten Kampfes gegen Facebook hat sich Google wohl entschlossen, das Social Network nicht weiterzuführen (en). Sieg für Facebook? Mal abwarten.


Wie man seinen WordPress Blog in eine App kriegt. Darüber hat Torque geschrieben (en).


Jimdo – ein Konkurrenz zu WordPress – hat mit Jimdo Dolphin ein neues Produkt auf den Markt geworfen: mit Hilfe Künstlicher Intelligenz soll eine Website in drei Minuten erstellt werden können.


So. Und jetzt hoffe ich, dass Sie erfolgreich die Produkttreppe hochlaufen 😉

Bis zum nächsten Monat!

Ihr Dipl. Ing. (FH) Florian Simeth